Mit dem „Leseband NEXT“ führen die Auridis Stiftung und die Victor Rolff Stiftung ab dem Schuljahr 2026/27 an zunächst 43 Grundschulen im Regierungsbezirk Köln eine feste tägliche Lesezeit ein. Bis 2029 sollen bis zu 150 Schulen teilnehmen und wirksame Leseförderung nachhaltig im Schulalltag verankern.

Lesekompetenz als Grundlage für Bildung und Teilhabe

Lesen ist eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und gesellschaftliche Teilhabe. Doch ein erheblicher Teil der Kinder verfügt bereits in der Grundschule nicht über die notwendigen Lesefähigkeiten. Hier setzt das „Leseband NEXT“ an: Eine feste tägliche Lesezeit und eine gezielte Förderung sollen dazu beitragen, Leseflüssigkeit und Textverständnis der Kinder zu verbessern.

Täglich Zeit fürs Lesen

Kern des Lesebands sind täglich 20 bis 25 Minuten feste Lesezeit. Zum Einsatz kommen unter anderem Lautleseverfahren, regelmäßige Lesediagnostik sowie motivierende und passgenaue Materialien. Diagnostik und Förderung werden dabei eng miteinander verzahnt. Ergänzende Angebote richten sich sowohl an Kinder, die beim Lesen besondere Unterstützung benötigen, als auch an besonders starke Leserinnen und Leser. Auch digitale Werkzeuge und KI-Unterstützung werden einbezogen.

Das Projekt startet im Schuljahr 2026/27 mit 43 Grundschulen im Regierungsbezirk Köln. In drei Kohorten sollen bis 2029 insgesamt bis zu 150 Schulen teilnehmen. Ein besonderer Fokus liegt auf Schulen mit herausfordernden Bedingungen. Lehrkräfte werden mit regionalen Präsenzfortbildungen sowie digitalen Fortbildungs- und Beratungsangeboten auf die Umsetzung des Lesebands, die Lesediagnostik und die gezielte Leseförderung vorbereitet.

Wissenschaftlich fundiert und praxisnah

Beim „Leseband NEXT“ werden Erfahrungen aus bereits etablierten Lesebändern aufgegriffen und auf Grundlage aktueller Forschungsbefunde und technologischer Entwicklungen weiterentwickelt. Für die Fortbildung der Lehrkräfte arbeiten die Auridis Stiftung und die Victor Rolff Stiftung mit dem Deutschdidaktik-Team der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter der Projektleitung von Dr. Gerrit Helm und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit Projektleitung Prof. Dr. Florian Hesse zusammen, welche die Förderer in anderen Projekten mit wissenschaftlicher Fachlichkeit und praxisnaher Unterrichtserfahrung überzeugen konnten. Deutschdidaktikerin Leandra Kallert koordiniert die Fortbildungen im Regierungsbezirk Köln und berät die Veränderungsprozesse an den Schulen.

Die Zusammenarbeit knüpft an das länderübergreifende Projekt „SKILLS – Schulen nutzen KI für Lesen, Literatur und Schreiben“ an, das nun ins zweite Schuljahr geht. Dort begleitet die Unterrichtsentwicklung und die Verankerung im Schulsystem die Pacemaker Initiative von EDUCATION Y. Die Victor Rolff Stiftung fördert hier neben dem bundesweit tätigen Stiftungspartner Auridis den Pilotstandort Bonn.

Leseförderung als gemeinsame Aufgabe

Mit dem „Leseband NEXT“ fördern die Auridis Stiftung und die Victor Rolff Stiftung nicht nur einzelne Maßnahmen im Unterricht. Ziel ist es, Leseförderung im gesamten Kollegium zu verankern, Lehrkräfte zu professionalisieren und Schulen dabei zu unterstützen, Diagnostik und Leseförderung dauerhaft miteinander zu verbinden. So soll Lesen verlässlich Teil des Schulalltags werden und langfristig Bildungserfolg und Teilhabe der Kinder stärken.