Friedrich Victor Rolff | 1934–2012

... gründete 1995 die Stiftung, die seinen Namen trägt.

 

Victor Rolff war eine herausragende Persönlichkeit:

in jungen Jahren erfolgreicher Rennfahrer, dann Unternehmer, Landwirt, Kunstsammler und Förderer.

Was du ererbt von deinen Vätern hast,
erwirb es, um es zu besitzen.

Diese Zeilen aus Goethes "Faust" hat Victor Rolff oft zitiert. Es gehe nicht darum, ein Erbe bloß zu verwalten. Vielmehr müsse man sich das Erbe zueigen machen, die Verantwortung übernehmen und es selber mit seiner Persönlichkeit prägen.

Wer war Victor Rolff?

Der Urenkel von Peter Josef Früh, Gründer der Früh Kölsch Brauerei, und Enkel von Viktor Rolff, Unternehmer in der rheinischen Braunkohleindustrie, liebte neben dem Automobil-Rennsport Technik, Natur und Kunst. Zudem fühlte er sich zeitlebens mit dem Rheinland und der Region verbunden.

Frühe unternehmerische Verantwortung

Bereits in frühen Jahren verlor Victor Rolff seine Eltern und wuchs bei den Großeltern auf. Als Großvater Viktor Rolff 1950 starb, übernahmen zunächst die Großmutter und danach Victor Rolff noch als junger Mann die Leitung des Unternehmens mit seinen etwa 1.400 Mitarbeitern. Die Rennleidenschaft musste dieser großen Aufgabe weichen. Die Rennen mit Freund, Graf Berghe von Trips, und der Deutsche Meistertitel gehörten nunmehr der Vergangenheit an. Victor Rolff beendete seine Rennfahrerkarriere.

Victor Rolff entschied 1967 nach gründlicher Überlegung, das Braunkohlegeschäft zu beenden, da es für ein Familienunternehmen mit seiner Größe unter den hiesigen Bedingungen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden konnte. Die Schließung war für den damals Anfang-dreißigjährigen Unternehmer eine schwere Aufgabe, die er mit hoher sozialer Verantwortung löste.

Vom Abbau der Braunkohle zum Anbau in der Landwirtschaft

Seine unternehmerischen Aktivitäten widmete er fortan unter anderem wieder verstärkt der Landwirtschaft, dem zweiten Thema, das die unmittelbare Umgebung in dieser Region sehr prägt und Victor Rolff mit der Region verbindet.

Burg Gladbach als Refugium

Im Jahr 1971 kaufte Victor Rolff die Burg Gladbach und sanierte diese von Grund auf. Er schätzte die Ruhe in der Natur, insbesondere in der nahe gelegenen Nordeifel, und zog sich weitestgehend in sein neues Zuhause zurück. Hier fand zwischen historischen Barockmöbeln auch moderne Malerei ihren Platz an den Wänden.

Mit dem Umzug nach Gladbach verpflanzte Victor Rolff ca. 14.000 Bäume. Diese sollten der Dhünntalsperre weichen und wurden kurzerhand überführt. Musste er sein altes Zuhause auf dem großelterlichen Gut Pompelbusch dem Bau der Talsperre preisgeben, so hat er sich mit den Bäumen ein Stück Heimat mitgenommen.

Burg Gladbach als lebendige Wirkungsstätte

Heute wirkt auf Burg Gladbach die von ihm noch zu Lebzeiten im Jahre 1995 gegründete Victor Rolff Stiftung. Diese setzt heute sein Vermächtnis fort und unterstützt von hier aus zahlreiche gemeinnützige Bildungs-, Kunst- und Naturschutzprojekte in der Region. In die Obhut der Stiftung übergab Victor Rolff auch die Pflege der Wasserburg und die Verantwortung für das umliegende Ackerland.

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